Astrofotos
Das 1. Farbfoto im Weltall

Datum

Was schätzt du – wann gab es die ersten Farbfotos aus dem Weltall?


Wir nehmen diese unglaublich faszinierenden Fotos aus dem Weltall, beispielsweise von der ISS, als ganz selbstverständlich hin, dabei ist es doch ein Wunderwerk der Technik.

Analoge Fotografie

Zu Beginn der 60er Jahre nahm der amerikanische Astronaut John Glenn (1921-2016) bei seinem Flug ins All bereits einen Fotoapparat mit. Er war der erste amerikanische Astronaut, der die Welt umkreiste.

So bekam er von den Ingenieuren der NASA eine umgebaute Leica 1G mit extra großem Sucher mit. Es waren nicht die ersten Bilder aus dem Weltall, denn diese wurden bereits 1946 von einer Rakete aus aufgenommen. Aber er machte damals die ersten Farbfotos im Weltall, bei dem ein Mensch einen Fotoapparat aktiv bediente.

Gewicht spielte im Weltall keine Rolle, da alles schwerelos ist. Das nutzte Glenn gern aus, indem er die Kamera einfach vor sich schweben ließ, wenn er beide Hände benötigte.

Im Oktober 1962, also gut ein halbes Jahr nachdem Glenn zurückgekehrt war, nahm Walter Schirra eine Hasselblad 500C mit ins Weltall. Die Bilder hatten eine unglaubliche Qualität. Da die Fotografie ab da an eine wichtige Rolle in der Raumfahrt spielte, mussten die Astronauten als Teil der Ausbildung fotografieren lernen.

Unter anderem lernten sie, dass sie vor dem Fotografieren durch die Fenster, diese erstmal putzen müssen, um den Kontrast und die Schärfe optimal zu erreichen.

Digitalfotos

Alexander Gerst hat 2018 ganz andere Technik im All dabeigehabt. An Bord waren verschiedene Kameras der Firma Nikon (Modell D2Xs, D3 und inzwischen D4). Heute ist natürlich alles digital. Dafür kämpfte er damit, dass die kosmische Strahlung den Chip zerstört.

Was macht die kosmische Strahlung?

Die Strahlung im Weltall hat so viel Energie, dass sie auf dem Sensor die Signale verändern kann. In der Computersprache spricht man von einer Umwandlung von 1 auf 0. Bei dem Sensor der Kamera wäre das eine Signaländerung von schwarz auf weiß. Hat der Sensor immer mehr Pixel, werden die einzelnen Pixel immer kleiner und dadurch leider auch anfälliger, da geringere Energien notwendig sind.

Diese Strahlung war übrigens auch bei den ersten Fotos im All ein Thema, aber die NASA baute die Kamera um und nutze eine Aluminiumdose für den Film, um beides vor der Strahlung zu schützten.

In der Raumfahrt haben deswegen die Computer alle elektronisch gefährdeten Teile 3 Mal verbaut. Diese berechnen alle parallel das Gleiche und vergleichen ihre Ergebnisse. Wenn bei einem Prozessor (quasi dem Gehirn vom Computer) die Strahlung etwas verändert, greift der Computer auf die Ergebnisse der 2 anderen zurück.

Somit sollten die Astronauten Kameras mit 3 Sensoren haben. Einfacher ist es aber, wenn die zerstörten Pixel am Computer mit intelligenter Software entfernt werden.

Und so geht das heute

Im Gegensatz zu den Astronauten von früher, die noch auf die Entwicklung vom Film warten mussten, können wir heutzutage die Bilder im Internet schon sehen, obwohl die Astronauten noch im All sind.

Verfolgst du die Mission der ISS? Mich würde ja schon interessieren, womit Alexander Gerst heute fotografiert. Vielleicht meldet er sich auf meinen Post auf Instagram ;-). Du findest seine aktuellen Post auf Instagram unter „@astro_alex_esa“

Die ausführliche Geschichte der Fotografie ist in meinem Buch „Der Fotokurs für junge Fotografen“ beschrieben!

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Kinder- und Familienfotografin im Raum Reutlingen und Tübingen, individuelle Fotokurse für Einzelpersonen, Schüler, Familien und kleine Gruppen.
Buchautorin "Der Fotokurs für junge Fotografen" (Rheinwerkverlag).